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Häufig gestellte Fragen an Katarina – und ihre Antworten:

Warum bist du Schriftstellerin geworden?
Das ist nichts, was ich geplant habe. Es hat mir schon immer Spaß gemacht, mir Geschichten auszudenken. Schon im Kindergarten hatte ich eine ausgeprägte Fantasie und habe den anderen Kindern Geschichten von meinen Reisen ins Märchenland erzählt oder dass ich eigentlich die richtige Pippi Langstrumpf bin – was natürlich streng geheim war. Die Erwachsenen (besonders die Eltern der anderen Kinder) hielten mich für ein unzuverlässiges Kind, das nur Lügengeschichten und Flausen im Kopf hatte.
Als ich schließlich entdeckte, was es mit diesen fantastischen, kleinen schwarzen Häkchen, auch Buchstaben genannt, auf sich hatte, und dass man mit ihrer Hilfe seine ganz persönlichen Geschichten schreiben konnte… da konnte ich plötzlich nach Herzenslust lügen, ohne dass sich jemand beschwerte! Und genau das tat ich. Und als ich erst einmal angefangen hatte, konnte ich nicht mehr damit aufhören. Als Kind und Jugendliche füllte ich ein Schreibheft ums andere mit meinen Geschichten. Die ersten handelten fast alle von Prinzessinnen, später ging es um Popstars, Liebe, Glitter und Glamour. Als Teenager fing ich dann an, über Jugendliche in meinem eigenen Alter zu schreiben, realistische aber komplett frei erfundene Geschichten über Freundschaft, Mobbing und Liebe. In der neunten Klasse entstand die erste Fassung der Geschichte, die 1991 als mein erster Roman unter dem Titel „Syskonkärlek/dt. Ludvig meine Liebe 1994“ veröffentlicht wurde. Bis dahin hatte ich keine meiner Geschichten ordentlich durchgeplant. Ich schrieb einfach daruflos, um von einem Abenteuer ins nächste zu schlittern. Ich las keinen meiner Texte noch einmal durch oder überarbeitete, was ich geschrieben hatte. Bei „Ludvig meine Liebe“ war das zum ersten Mal anders. Die Geschichte ließ mich einfach nicht los, ich schrieb sie eins ums andere Mal um, bis sie schließlich, ich war inzwischen 23, fertig war.
Als das Wunder eintrat und Norstedts die Geschichte annahm, stand für mich fest, was ich mit meinem Leben wollte. Nicht nur heute und morgen und im nächsten Jahr, sondern für den Rest meines Lebens! Ich wollte Schriftstellerin werden! Es war ein herrliches Gefühl, ein so konkretes Ziel vor Augen zu haben.

Woher kommen deine Ideen?
Das kann ich nicht immer genau sagen. Eine Geschichte setzt sich aus vielen verschiedenen Ideen, Erinnerungen und Eindrücken zusammen. Einige davon verarbeite ich bewusst, andere nicht. Das kann etwas sein, das ich gesehen habe, zwei Menschen, die sich irgendwo begegnen; ich muss nicht unbedingt wissen, was sie sagen, aber ich sehe ihre Gesten und ihr Mienenspiel und denke mir eine Geschichte um sie herum aus. Oder ich schnappe im Bus oder in der Kassenschlange ein paar aus dem Zusammenhang gerissene Sätze aus einer Unterhaltung auf. Natürlich kommt es auch vor, dass ich selbst eine Situation erlebe, die ich unbedingt weiterverarbeiten möchte. So hab ich zum Beispiel meine Erfahrungen als Kursleiterin eines Schreibkurs in dem Buch „Als ob nichts wäre“ verwertet.

Sind deine Bücher autobiographisch?
Das kann man getrost sagen. Und auch wieder nicht… Mir gefällt besonders gut an meiner Arbeit, dass ich erzählen kann, was ich will. Peinliche, unangenehme Dinge, die man erlebt hat, die einem widerfahren sind, denen man ausgesetzt war, Dinge, die man nicht mal seiner besten Freundin, geschweige denn seinem Tagebuch anvertrauen möchte, aus Angst, dass jemand es lesen könnte … Solche Dinge kann ich problemlos erzählen. Schließlich sind sie nicht heute passiert und nicht mir, sondern nur dem Mädchen im Buch … :-) Sicher greife ich häufig auf selbst Erlebtes aus meinem eigenen Leben zurück. Als ich aufs Land gezogen bin, habe ich über jemanden geschrieben, der auch aufs Land gezogen ist; als ich schwanger war, habe ich über ein Mädchen geschrieben, die auch schwanger ist. Wenn ich verliebt bin … Ich glaube ihr wisst, was ich meine, oder?

Weißt du, wie die Geschichte ausgeht, wenn du zu schreiben anfängst?
Ja, das weiß ich. Ehe ich anfange zu schreiben, habe ich mir sehr gründlich Gedanken über den Handlungsverlauf gemacht, ich weiß genau, wie meine Charaktere sein sollen, wo die Geschichte anfängt und wo sie endet. Und ich habe auch eine ziemlich genaue Vorstellung von dem, was dazwischen passiert. Die Details und kleinen Umwege ergeben sich unterwegs. Mein Schreiben lässt mir jede Menge Platz für Intuition und Spontaneität.

Hast du eine bestimmte Ausbildung gemacht, um Schriftstellerin zu werden?
Nein. Ich habe an keinem Schreibkurs teilgenommen und nicht an der Universität studiert. Ich habe nur ein paar Mal selber Kurse geleitet. Darin unterscheidet sich meine Arbeit von den meisten anderen. Es gibt keine konkrete Ausbildung und keinen Meisterbrief, der bescheinigt, dass man ein fertig ausgebildeter Schriftsteller ist … Was nicht heißen soll, dass man diesen Beruf nicht lernen kann. Ich lerne ständig dazu und nie aus.

Schreibst du jeden Tag etwas oder nur wenn du inspiriert bist?
Ich gehöre nicht zu der Sorte Schriftsteller (wenn es die denn gibt), die herumspazieren, in den Himmel gucken und auf Inspiration warten. Ich muss mich in meine Geschichten hineinarbeiten. Ich schreibe so lange, bis ich das richtige Gefühl, den richtigen Ton, die richtige Stimmung gefunden habe. Jede Geschichte ist neu. Jede Geschichte hat ihre eigenen Gefühle. So wird Schreiben nie zur Routine. Zumindest für mich nicht – obwohl man natürlich von seinen Erfahrungen profitiert, von dem ständig wachsenden Wortschatz und den zahllosen Möglichkeiten, die Worte zu kombinieren. Es ist ein gutes Training, Gefühle und Bilder in Worte zu übersetzen.

Gibt es eine Botschaft in deinen Büchern?
Njein. Ich schreibe nie mit einer speziell ausformulierten Botschaft im Kopf, aber meine Ansichten und Vorstellungen darüber, was richtig und was falsch ist, schimmern wahrscheinlich trotzdem an einigen Stellen meiner Bücher durch. Mir geht es vorrangig darum, Fragen aufzuwerfen, die Dinge von verschiedenen Seiten zu beleuchten und damit den Leser anzuregen, sich eigene Gedanken zu machen. Für die meisten Dinge im Leben gibt es nun mal keine eindeutigen Antworten.

Schreibst du Fortsetzungen von deinen Geschichten?
Nein, ich schreibe grundsätzlich keine Fortsetzungen von meinen Geschichten, aus dem einfachen Grund, dass eine Fortsetzung selten so gut wie das erste Buch ist. Aber die Frage wird mir häufig gestellt. Wenn ich mir für eins meiner Bücher eine Fortsetzung vorstellen könne, dann für „Matildas Wahl“, da drängt sich einem die neue Geschichte regelrecht auf. Aber eigentlich fängt doch immer eine Geschichte an, wo eine andere endet. Wenn ein Liebesroman zum Beispiel damit endet, dass sie sich endlich kriegen, ist das der Beginn der Geschichte ihrer Beziehung. Im Moment ist jedenfalls keine Fortsetzung zu einer meiner Geschichten geplant.

Was machst du, wenn du nicht schreibst?
Dann kümmere ich mich um meine Kinder und die Tiere, mache den Haushalt und bezahle Rechnungen wie die meisten anderen Menschen. Wenn ich Zeit habe, lese ich gern ein Buch oder schaue mir einen guten Film an. Früher bin ich viel in der Welt herumgereist, aber mit zwei kleinen Kindern wird das weniger. Dafür bekomme ich bei meinen Lesereisen in Schulen und Bibliotheken eine Menge von Schweden zu sehen.

Hast du noch einen anderen Beruf als den der Schriftstellerin?
Nein, inzwischen nicht mehr. Aber am Anfang, als ich noch nicht vom Schreiben leben konnte, habe ich alle möglichen Jobs gemacht. Ich habe als Verkäuferin gearbeitet, im Café, Geschirr gespült und geputzt, um mir ein bisschen was dazuzuverdienen.